Kammermitteilungen 2/2023

Arbeits(zeit)gestaltung des nicht-juristischen Personals Die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, besteht für nicht-juristische Mitarbeiter im Kammerbezirk Düsseldorf nach Angaben der Befragten in 52,2 Prozent, also in rund der Hälfte der Kanzleien bzw. Unternehmen. In den anderen westdeutschen Kammern fällt dieser Anteil mit knapp 57 Prozent etwas höher aus. Dabei bieten Unternehmen im Vergleich zu Rechtsanwaltskanzleien wesentlich häufiger die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten. Bei den Kanzleien selbst zeigt sich auch hier wieder, dass die Einzelkanzleien dies deutlich seltener gewähren als die Sozietäten. Einsatzbereiche des nicht-juristischen Personals Die Einsatzbereiche des nicht-juristischen Personals sind vielfach. Dies reicht von Telefontätigkeiten bis zu Schreibarbeiten und Kalenderführung. Aufgaben im Rahmen der Kommunikation und des Umgangs mit Mandanten bekommt das nicht-juristische Personal in 76,3 Prozent der Düsseldorfer Kanzleien übertragen. 71,2 Prozent der Befragten aus dem Kammerbezirk Düsseldorf teilen zudem mit, dass ihr nicht-juristisches Personal für die Einhaltung von Fristen bzw. für die Fristenüberwachung zuständig ist. Die Vorbereitung von Schriftsätzen stellt in 61 Prozent der Düsseldorfer Anwaltspraxen eine Aufgabe der nicht-juristischen Mitarbeiter dar, wobei dieser Anteil in den anderen westdeutschen Kammern mit 52,8 Prozent merklich niedriger liegt. Generell lassen sich in diesem Bereich jedoch keine großen Unterschiede zwischen dem Kammerbezirk Düsseldorf und dem der übrigen West-Kammern feststellen. Entwicklung des Bedarfs an nicht-juristischem Personal Interessante Unterschiede offenbart vor allem die Differenzierung nach Kanzleiform. So sind im Kammerbezirk Düsseldorf Berufsträger aus Einzelkanzleien mit 40 Prozent deutlich häufiger der Auffassung, dass in Zukunft mehr nicht-juristisches Personal gebraucht werden wird als Befragte aus Sozietäten mit rund 22 Prozent. Diese wiederum gehen mit knapp 63 Prozent wesentlich öfter davon aus, dass sich der Bedarf nicht ändern wird, als ihre Kollegen in Einzelkanzleien mit ca. 43 Prozent. Bei den anderen westdeutschen Kammern verhält es sich eher umgekehrt. Hier erwarten in Sozietäten Tätige mit 37 Prozent öfter einen eher größeren Bedarf als Antwortende aus Einzelkanzleien mit knapp 22 Prozent. Letztere nehmen dafür häufiger einen gleichbleibenden Bedarf mit 53 Prozent (Sozietäten: 46,9 Prozent) bzw. einen eher geringeren Bedarf mit 25,4 Prozent an (Sozietäten: 16,1 Prozent). Weiterhin sollten die Untersuchungsteilnehmer ihre Meinung zur Frage mitteilen, ob durch den Einsatz von Legal Tech weniger nicht-juristisches Personal benötigt wird. Während im Kammerbezirk Düsseldorf 31,3 Prozent der Befragten diese Ansicht vertreten, denken 33,4 Prozent der Teilnehmer aus den anderen westdeutschen Kammern, dass der Einsatz von Legal Tech zu einer Verringerung des Bedarfs an nicht-juristischen Mitarbeitern führt. Es lassen sich bei diesem Thema also nur sehr geringfügige Abweichungen zwischen Düsseldorf und den anderen West-Kammern feststellen. Auch die Auswertung nach Arbeitsstätte und Kanzleiform erbrachte nur wenige bzw. eher kleinere Unterschiede zwischen Unternehmen und Rechtsanwaltspraxen bzw. zwischen Einzelkanzleien und Sozietäten. Fazit Aufgrund der im Vergleich eher geringen Teilnehmerzahl aus dem Raum Düsseldorf, müssen die vorgefundenen Ergebnisse mit Bedacht betrachtet werden. Die Auswertungen sollten eher als Tendenz und nicht als feststehendes Ergebnis angesehen werden. Insgesamt lässt sich jedoch sagen, dass es bis auf kleinere Teilbereiche keine prägnanten Diskrepanzen zwischen dem Bezirk der Rechtsanwaltskammer Düsseldorf und dem der übrigen West-Kammern gibt. Auffällig wurde nur der Unterschied zwischen Einzelkanzlei und Sozietät sowohl im Düsseldorfer als auch restlichen westdeutschen Raum. (jki) Weniger Anwälte, mehr Syndizi und Fachanwältinnen und neu dabei BAG Mitgliederstatistik der BRAK zum 1.1.2023 zeigt erneut deutlichen Rückgang bei Einzelzulassungen Die aktuelle Mitgliederstatistik zeigt – trotz erneuten Rückgangs bei Einzelzulassungen – insgesamt einen Zuwachs bei den Mitgliedern der Rechtsanwaltskammern. Den größten Anteil hieran haben die seit 1.8.2022 zulassungspflichtigen Berufsausübungsgesellschaften. Berichte und Bekanntmachungen KammerMitteilungen RAK Düsseldorf 2/2023 35

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